Die Heilige Lioba
Lioba, deren keltischer Name „Liebe, Güte“ bedeutet, ist in England im Gebiet Wessex im 8. Jahrhundert geboren. Sehr jung noch tritt sie in das Benediktinerkloster von Wimbourne ein. Dort formen Mönche und Nonnen zusammen eine Gemeinschaft
Der Heilige Bonifatius, ihr Onkel, Mönch und Missionär in Deutschland, ist der Überzeugung, dass die Verbreitung des Christentums in diesem Land nicht ohne die Anwesenheit von betenden Frauen möglich ist. Sie sind die Leuchttürme in der Finsternis dieses Landes.
Lioba erwidert diese Intuition ihres Onkels und verlässt, wie Abraham und die ersten Mönche und Schwestern ihr Land um in das Land zu gehen, wohin Gott sie ruft, um Früchte der Liebe zu tragen. Sie gründet ihr erstes Kloster in Tauberbischofsheim, eine stille Stütze für die Missionare.
Eine innige Freundschaft verbindet die Heilige Lioba mit dem Heiligen Bonifatius.
Als Bonifatius nach Friesland (Niederlanden) geht, wo er Märtyrer werden wird, hat er vielleicht schon seinen nahen Tod geahnt, denn er hat Lioba, die er „seinen Trost auf seiner Wallfahrt“ nennt, seinen Mantel zum Zeichen seiner Freundschaft hinterlassen. Ihre Freundschaft war so tief, dass Bonifatius wünschte, nach dem Tod zusammen mit ihr begraben zu werden. Sie die im Leben vereint waren, erwarten zusammen die Aufersehung.
Bonifatius wurde in einem Kloster in Fulda begraben und Lioba kam oft an sein Grab, um zu beten. Sie, die geworden ist was ihr Name ausdrückte, nämlich Liebe und Güte stirbt am 28. September 782 und ihre Reliquien wurden im 20. Jahrhundert zu denen des Heiligen Bonifatius überführt.